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Kontakt: Ingo Lücker, ingo.luecker@itleague.de

Die Abkürzung DRaaS steht für Disaster Recovery as a Service. Und wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich hierbei um Services aus der Cloud, mit denen sich bei einem Notfall oder einer Störung IT-Services, IT-Strukturen oder Daten wiederherstellen lassen.

Die Störungen können dabei auf unterschiedliche Art verursacht werden, wie zum Beispiel durch Naturkatastrophen, Hardware- und Systemausfällen, Bedienungsfehlern oder Hackerangriffen. Das Ziel einer Disaster Recovery ist es, die negativen Auswirkungen für ein Unternehmen so gering wie möglich zu halten.

Beim Disaster Recovery as a Service-Modell  (DRaaS-Modell) stellen Anbieter Speicherplatz, Backup Services, virtuelle IT-Strukturen oder virtuelle Server als Cloud-Dienstleistung zur Verfügung, um Notfälle jeglicher Art abzusichern, ohne dass man selbst zusätzliche Hard- und Software in einem eigenen Rechenzentrum bereitstellen muss. Nach der Störungsbehebung lassen sich alle Daten und Anwendungen problemlos auf den unternehmenseigenen Server wiederherstellen.

Vor der Implementierung einer Disaster Recovery as a Service-Lösung schließen der Kunden und der Provider ein Service-Level-Agreement ab. Dieser Service-Level-Agreement beinhaltet neben den Services auch einen Disaster Recovery Plan. Dieser enthält alle Maßnahmen, Verfahren und Vorgaben aufgeführt, die in einem Störungsfall zum Tragen kommen. Außerdem sind Meldewege, Eskalationsstufen und Definitionen der Verantwortlichkeiten im Katastrophenfall Bestandteil eines jeden Disaster Recovery Plans.

Die Abrechnung der Disaster Recovery Services erfolgen entweder mit einem, im Vorfeld definierten, Pauschalbetrag oder nach nutzungsabhängigem Verbrauch. Denkbar wären hier zum Beispiel Volumen der turnusgemäß kopierten Daten oder die Anzahl der wiederhergestellten Daten.

Vorteile von DRaaS

Es gibt gute Gründe warum man -meiner Meinung nach- Disaster Recovery as a Service Lösungen in Erwägung ziehen sollen:

  1. Erstens die Geschwindigkeit:I

Im Gegensatz zu klassischen Disaster Recovery Lösungen stellen Disaster Recovery as a Service Lösungen eine viel schnellere, automatisierte und zuverlässige Recovery-Maßnahme zur Verfügung.

  1. Zweitens niedrigere Kosten und verbesserte Zuverlässigkeit

Disaster Recovery as a Service Lösungen ermöglichen die Senkung von Betriebskosten. Das kommt vor allem kleineren und mittleren Unternehmen zugute  die selbst nur wenig Know-how und Ressourcen für eigene Notfallmaßnahmen und -strukturen besitzen. Außerdem verbessern Disaster Recovery as a Service Lösungen die Zuverlässigkeit.

3.    Drittens die verbesserte Verwaltung

Durch den Einsatz von Disaster Recovery as a Service-Lösungen verringert sich der administrative Aufwand. Das bedeutet, dass sich Administratoren mit Aufgaben beschäftigen können, die mehr geschäftlichen Erfolg versprechen.

 

4.    Viertens die nahtlose Redundanz und Skalierbarkeit

Disaster Recovery as a Service-Lösungen verschaffen Administratoren ein gewisses Sicherheitsgefühl. Denn Disaster Recovery as a Service-Lösungen decken alle offenen und beunruhigenden Punkte ab.

Allerdings muss man an dieser Stelle auch sagen, das Disaster Recovery as a Service auch gewissen Nachteile mit sich bringen.

Da wäre zum Einen,

  • Der Kontrollverlust: Wie bei jeder Cloud-Lösung gibt ein Unternehmen die direkte Kontrolle über den Prozess bzw. die unternehmenskritischen Daten an einen Drittanbieter ab. Da sich die Disaster Recovery-Rechenzentren nicht im firmeneigenen Netzwerk befinden und die Verbindungen in jedem Fall über das Internet verlaufen, muss man sich auf die Bandbreite und Latenzzeiten der öffentlichen Infrastruktur verlassen.
  • Ein weiterer nennenswerter Punkt ist in diesem Zusammenhang der Standort der Rechenzentren. Die Unternehmen müssen dem Anbieter glauben, dass die Daten nur auf Servern im deutschen Rechtsraum gespeichert werden.

Daher ist es für Unternehmen mit Standorten nur innerhalb Deutschlands ratsam, ausschließlich Anbieter zu wählen, die garantieren können, dass sie die Daten ausschließlich in deutschen Rechenzentren gespeichert haben.

Last but not least.  Hier sind fünf Fragen, die Sie sich vor der Wahl einer Disaster Recovery as a Service-Lösungen stellen sollten

  1. Wie viele und welche Art von Daten müssen Sie sichern, und wie schnell?
  2. Welche internen Ressourcen haben Sie für die Implementierung einer DRaaS-Lösung? Kann der Anbieter die fehlenden Ressourcen kompensieren?
  3. Wie umfangreich muss der Support sein?
  4. Welche Datensätze müssen Sie in Zukunft sichern, die aktuell noch nicht gesichert werden müssen?
  5. Wie hoch ist Ihr Budget?

Mein Fazit: Wenn sie keine ausreichenden internen Ressourcen für eine zuverlässige Disaster Recovery haben, sollten sie diese Funktion als Service einkaufen. Denn eine Disaster Recovery-Lösung von einem Drittanbieter ist in jedem Fall besser als überhaupt keine zu haben.

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